Juliane Bachl
Geschäftsführerin (Wien)
05.03.2026
Viele Unternehmen starten Digitalisierungsinitiativen mit einer naheliegenden Frage:
Welche Software brauchen wir?
Diese Frage ist verständlich – greift jedoch häufig zu kurz.
Digitalisierung beginnt selten mit Technologie
In der Praxis zeigt sich, dass die größten Herausforderungen in der Digitalisierung nur selten technischer Natur sind. Sie entstehen vielmehr dort, wo Prozesse unklar sind oder Verantwortlichkeiten fehlen.
Typische Fragen, die in vielen Organisationen nicht eindeutig beantwortet sind, lauten zum Beispiel:
Solange diese Fragen offen bleiben, kann auch die beste Software keine nachhaltige Lösung schaffen.
Technologie kann Struktur nicht ersetzen
Digitale Systeme können Prozesse unterstützen, beschleunigen und transparenter machen. Sie können Informationen verfügbar machen, Abläufe automatisieren und Zusammenarbeit erleichtern.
Was Technologie jedoch nicht leisten kann, ist das Ersetzen fehlender organisatorischer Struktur.
Wenn Prozesse nicht klar definiert sind oder Zuständigkeiten ungeklärt bleiben, überträgt eine neue Software diese Probleme lediglich in ein anderes System.
Digitalisierung ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren
Erfolgreiche Digitalisierung entsteht deshalb fast immer aus dem Zusammenspiel von drei Elementen:
Erst wenn diese drei Ebenen zusammen gedacht werden, können digitale Lösungen ihren tatsächlichen Nutzen entfalten.
Unternehmen, die Digitalisierung ausschließlich als IT-Projekt betrachten, übersehen diesen Zusammenhang häufig.
Struktur vor Software
Wer Digitalisierung nachhaltig gestalten möchte, beginnt deshalb nicht mit der Auswahl einer neuen Anwendung.
Der erste Schritt besteht vielmehr darin, Strukturen zu schaffen:
Prozesse zu klären, Verantwortlichkeiten festzulegen und Daten sauber zu organisieren.
Erst auf dieser Grundlage kann Technologie ihre Stärke ausspielen.
Digitalisierung beginnt daher selten mit Software –
sondern mit Struktur.